5 Panoramawanderungen im Engadin
8 Sep, 2020

Wandern gehört zum Herbst wie Glacé zum Sommer. Des Schweizers liebster Volkssport ist in der Zeit von September bis November besonders reizvoll: Angenehme Temperaturen, farbenprächtige Wälder, warme Lichtverhältnisse und viel Weitblick locken in die Berge. Das Engadin ist eines der grössten Wanderparadiese der Schweiz und bietet ein riesiges Angebot. Auf den folgenden Panoramawanderungen findest du besonders schöne Aussichten. Also, schnell den Rucksack packen und die Wanderschuhe schnüren, bevor der erste Schnee kommt.

1. Via Panoramica Val Bregaglia

Dieser landschaftlich spektakuläre Höhenweg durchs Val Bregaglia führt durch eines der abgeschiedensten Täler der Schweiz: Kurz nach dem Malojapass wandert man auf dem Höhenweg durch spektakuläre Landschaften, die mächtigen Bergzacken des Sciora-Massivs stets im Blick. Goldgelbene Lärchenwälder, tiefblauer Himmel, weisse Berggipfel: Die Kulisse könnte malerischer nicht sein.

Auf halber Strecke lädt die Alp Durbegia mit herrlichem Weitblick und viel Ruhe und Abgeschiedenheit zu einer Pause ein. Am Ende der Wanderung wartet eines der schönsten Dörfer der Schweiz: Soglio liegt malerisch inmitten von Kastanien-Selven und lädt mit einem geschichtsträchtigen Hotel-Palazzo und dem museumsreifen Dorfkern dazu ein, die Wanderung hier in aller Ruhe ausklingen zu lassen oder den Aufenthalt gar etwas zu verlängern.

Der Schwarzsee:Der Legende nach soll ein Riese seine Füsse darin gebadet haben. Bild: Fribourg Region

Die Panoramawanderung durchs Val Bregaglia endet im malerischen Soglio. Bild: iStock

Schwierigkeit: Schwer

Strecke: 17,7 Km, Dauer: 6.49 h

Aufstieg: 508 m, Abstieg: 1219m

Start: Maloja, Ziel: Soglio

2. Via Engiadina: Von Zernez nach Guarda

Ausgangspunkt dieser abwechslungsreichen Wanderung ist Zernez, das Tor zum Nationalpark. Zu Beginn folgt man gemütlich dem Inn bis nach Susch. Von Susch gelangt man durch den Wald nach Lavin – unterwegs wartet auf einem kleinern Abstecher zur Foura Baldirun eine wahre Märchenlandschaft mit moosüberwachsenen Felsen. Wer sich unterwegs stärken möchte, findet in Lavin zahlreiche Einkehrmöglichkeiten.

Frisch gestärkt folgt man den Wegweisern der Via Engiadina durch den Wald zum Eingang ins Val Lavinouz. Über die Alp Dadoura und bis zur Alp d’Immez verläuft die Route entlang der Alpstrasse und verläuft anschliessend steil ansteigend durch Alpenrosen-Büsche. Sehr lohnenswert ist der Blick ins Val Lavinouz zum Verstanclahorn und dem darunterliegenden Gletscher Vadret da las Maisas. An der Flanke des Piz Chapisun bis zur Chamanna dal Bescher durchquert der Weg den Lawinenzug von Gonda, dem das Dorf Lavin seinen Namen verdankt.

Der Weg führt anschliessend hinunter ins Val Tuoi und zweigt ab Richtung Schellenursli-Dorf Guarda. Wer noch genügend Energie hat, macht eine Extra-Schlaufe über die aussichtsreiche Strecke über die Alp Suot zur Alp Sura. Oder man verweilt ein wenig im malerischen Schellenursli-Dorf und stärkt sich mit einem Stück Nusstorte bevor es mit der rhäischen Bahn zurück nach Hause geht.

Guarda ist bekannt als Schauplatz für „Schellenursli“. Doch auch die Umgebung ist wie aus dem Bilderbuch. Bild: iStock

Schwierigkeit: schwer

Strecke: 23,5 km, Dauer: 07:40h

Aufstieg: 1162m, Abstieg: 939m

Start: Zernez, Ziel: Guarda

3. Nationalpark-Panoramaweg Etappe 3: Von S-charl nach Sta Maria 

Der Nationalpark-Panoramaweg führt in 9 Etappen durch die einzigartigen Landschaften der Bündner Dolomiten. Im südöstlichsten Zipfel der Schweiz gelegen, macht der Weg auch einen Abstecher ins benachbarte Italien. Und auch das unter dem Schutz der UNESCO stehende Kloster St. Johann in Müstair liegt am Wegrand.

Los geht es in der rauhen Bergwelt von S-charl – weiter entfernt könnte der Alltag kaum sein. Jenseits der wilden Clemgiaschlucht liegt das bezaubernde Bergdorf, das im Winter nur durch Pferdewagen oder Schneemibile erreicht werden kann.

Wer sich vor dem Aufbruch noch stärken möchte, wird in S-charl auf jeden Fall fündig: Wàrmstens zu empfehlen sind die gluschtigen Kuchenkreationen im Crusch Alba. Gut gestärkt geht es vom Cruschetta-Pass durchs Avignatal und durch den gleichnamigen Wald ins italienische Taufers durch die Biosfera Val Müstair, wo auch das berühmte Kloster St. Johann liegt, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Das Kloster St. Johann in Müstair gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.Seit seiner Gründung im 8. Jahrhundert war es stets bewohnt – und ist es auch heute noch.Bild: iStock

Schwierigkeit: Mittel

Strecke: 21,4 km, Dauer: 6.57h

Aufstieg: 672m, Abstieg: 1101m

Start: S-charl, Ziel: Sta Maria

4. Rundweg im Val Trupchun im Schweizerischen Nationalpark

Das Val Trupchun im Schweizerischen Nationalpark ist ganz schön wild: Besonders im September hört man das Röhren der brünftigen Hirschen schon von weitem. Und auch Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere sind hier gut zu entdecken.

Die Wanderung beginnt beim Parkplatz Prasüras in S-chanf. Der Weg geht Anfangs durch den Wald bis in den Nationalpark hinein. Von dort führt der Höhenweg ins Tal Trupchun und von dort hinunter zur Ova da Truochun, wo man nach wenigen Schritten den ersten Rastplatz inmitten vieler Murmeltiere erreicht. Bei der Alp Trupchun befindet sich ein zweiter Rastplatz, von dem aus man ebenfalls Wildtiere beobachten kann.

Der Rückweg führt auf dem Talweg via Parkhütte Varusch zurück zum Ausgangspunkt. 

Im Val Trupchun fühlen sich nicht nur Wanderer, sondern auch Wild ausgesprochen wohl. Feldstecher nicht vergessen. Bild: iStock

Schwierigkeit: Mittel

Strecke: 13, 9km, Dauer: 4.19 h

Aufstieg: 441m, Abstieg: 441m

Start & Ziel: S-chanf

5. Panoramaweg Muottas Muragl

Die gemütliche Wanderung führt von der Bergbahnstationen Muottas Muragl zur Station Languard und lässt bereits ahnen: Steile Auf-oder Abstiege sind hier nicht vorgesehen. Der Weg ist vielmehr eine Angelegenheit für Geniesser. Der Höhepunkt der Tour ist aber gewiss die grandiose Aussicht auf das Berninamassiv. Kein Wunder, dass bereits der berühmte Maler Giovanni Segantini diesen Ort so liebte. 

Der Weg beginnt an der Bergstation der Standseilbahn Muottas Muragl und führt gemütlich talwärts zur Alphütte Margun. Nach der Querung des rauschenden Gebirgsbachs Ova da Muragl geht es auf dem ebenen Höhenweg „Unterer Schafberg“ weiter. Schon bald darauf öffnet sich das Val Roseg dem Blick, und die verschneiten Gipfel am Horizont bieten ein  Postkartenmotiv. Eine schöne Pausengelegenheit (und fantastischen Kuchen) bietet das rustikal-gemütliche Restorant Munt da la Bês-cha, bevor der Höhenweg aufwärts Richtung Sessellift-Station Alp Languard verläuft. Die perfekte Gelegenheit, um sich den Kuchen gleich wieder von den Hüften zu wandern.

Von Muottas Muragl ist der Rundblick beeindruckend. Bild: iStock

Schwierigkeit: Leicht

Strecke: 7 km, Dauer: 2.5 h

Aufstieg: 160m, Abstieg: 290m

Start: Muottas Muragl, Ziel: Languard