Kastanien im Tessin: Genuss für alle Sinne
1 Sep, 2020

Bei Kastanien denken viele von uns erst einmal an graue Herbsttage, an denen wir unsere kalt gefrorenen Finger an den dampfenden Maroni wärmen. Doch Kastanien – oder eben Maroni – sind auch Sinnbild fürs Tessin. Die üppigen Kastanienwälder sind zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel. Und auch die zahlreichen Produkte belohnen die Reise in den Süden.

Im Frühling begrüssen die Bäume in den Kastanienselven Flaneure mit ihren grünen Blättern und den weissen Blüten-Dolden. Im Sommer sind sie willkommene Schattenspender. Doch Hochsaison hat die Kastanie ganz eindeutig im Herbst: Wenn das Laub unter den Füssen raschelt, die stacheligen Früchte von den Bäumen purzeln und in zahlreichen Erntefesten der Kastanie gehuldigt wird. Wer selber auf eine kleine Sammeltour gehen möchte, kann einen lustigen Nachmittag erleben und die gesammelten Früchte entweder selbst geniessen oder sie bei einer Sammelstelle abgeben.

Und erst die zahlreichen Produkte, die es im Herbst und auch das ganze Jahr über zu verkosten gibt: Von Kastanienbier über Brot bis hin zu Honig, Vermicelles oder Pasta – Maroni sind in der Tessiner Küche gern gesehene Gäste und äusserst vielfältig einsetzbar. Doch natürlich ist auch gegen den Klassiker schlechthin, die «heisse Maroni» aus der Papiertüte, nichts einzuwenden. Sie gehören als heimelige Herbst- und Winterboten zur kalten Jahreszeit einfach dazu. Auch diesseits des Gotthards.

Der Schwarzsee:Der Legende nach soll ein Riese seine Füsse darin gebadet haben. Bild: Fribourg Region

Heissi Maroni werden in Ascona über dem offenen Feuer zubrereitet. Bild: Swiss Image

Als die Kastanie zu den Hauptnahrungsmitteln im Tessin zählte, stand in jeder Gemeinde, in der Kastanien gesammelt wurden, eine sogenannte Grà: Ein zweistöckiges Gebäude, in dessen Untergeschoss kontinuierlich ein Feuer brannte, während in der Etage darüber die Kastanien langsam getrocknet wurden. Die getrockneten Maroni werden in einem nächsten Schritt zu Mehl verarbeitet – die Grundlage für zahlreiche Gerichte und Nahrungsmittel. 

In einigen Gemeinden sind die Grà auch heute noch während einiger Monate im Herbst in Betrieb, etwa in Moghegno, Vezio und Muggio.  Auch der Kastanienweg von Arosio führt durch die drei Dörfer im Malcantone.

Wenn die Wälder in ihrem gold-gelben Gewand unter der Sonne leuchten, werden die Tische prall gefüllt mit regionalen Spezialitäten – Pilzen, Kastanien, Wurst, Käse und Wein. Für Feinschmecker gibt es keine bessere Zeit als den milden Herbst, um das Tessin zu entdecken.

Maroni bieten die Grundlage für zahlreiche Leckereien. Bild: Swiss Image

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Ticino Turismo.