BIOSPHÄRE ENTLEBUCH
19 Jul, 2020

Der Wilde Westen von Luzern ist reich an kraftvoller Natur und fesselnden Geschichten. Das erste UNESCO Biosphärenreservat der Schweiz hat landschaftlich viel zu bieten. Im Grenzgebiet zwischen Luzern und dem Emmental, eingebettet zwischen Napf, Pilatus und Brienzer Rothorn breitet sich eine mystische Welt aus, die Ruhe, Genuss und Entspannung verspricht: Unberührte Moorlandschaften, die karge Schönheit der Schrattenfluh, verborgene Bergseen oder schattig-kühle Uferabschnitte der Emme entlang machen das Gebiet zu einem vielfältigen Ort für einen Ausflug fernab von der Hektik des Alltags. 

Das Entlebuch bietet mehr als Ruhe und Entspannung in unberührter Natur: Zahlreiche Erlebnispfade für Gross und Klein, ein Moor-Spielplatz, eine Natur-Kneipp-Anlage und zahlreiche kulinarische Genüsse machen einen Besuch in der Biosphäre zu einem Erlebnis für alle Sinne. 

Wie wär’s wenn du deine nächste Wanderung mit einem erfrischend-kalten Kneipp-Bad und einem Gang über den herausfordernden Barfusspfad unterbrichst? Deine Füsse haben nach dem Aufstieg zum Schwandalpweiher wahrlich ein wenig Aufmerksamkeit verdient. Nach dem anschliessenden Armbad im eisigkalten Brunnenwasser und einer Pause auf der Ruheliege mit Blick über Wiesen und Berge, den würzigen Duft von Bergkräutern und warmem Holz in der Nase, reichen die Kräfte auf jeden Fall aus, um die nächste Wanderetappe in Angriff zu nehmen.

 

Alte Handwerkskunst wird im Entlebuch sorgfältig gepflegt. Wer einem Köhler bei der Arbeit über die Schultern schauen will, wird auf dem Köhler-Weg ob Romoos nicht enttäuscht: Die uralte Kunst des Kohlemachens kann man hier im Sommer aus nächster Nähe bestaunen, wenn Landwirte aus dem Napfgebiet Buchen-, Eschen- und Nadelholz zu kegelförmigen Haufen auftürmen und das Feuer im Anschluss während gut zwei Wochen überwachen.

All jene, die sich eher für glänzendes Edelmetall als schwarzes Gold interessieren, können sich in die Handwerkskunst des Goldwaschens einführen lassen und in der Fontanne auf die Suche gehen. Mit etwas Glück winkt ein Stück reines Napfgold.

Allerhöchstens Hüftgold gibt es bei Stefan Wiesner im «Rössli» in Escholzmatt: Der Naturkoch zaubert aus den Zutaten, die Wald und Wiese hergeben, überraschende kulinarische Kunstwerke, an die man sich auch Jahre später noch zu erinnern vermag. Der Hexer vom Entlebuch verwandelt in seiner alchemistischen Küche so aufregende und aussergewöhnliche Zutaten wie Schnee, Flechten oder Teer. Und das wohldekoriert: Die Kreationen von Stefan Wiesner wurden mit 17 Gault Millau Punkten und einem Michelin-Stern ausgezeichnet. In der dazugehörigen Naturakademie kann man Ungeahntes über essbare Wildpflanzen, Pilze, Flechten erfahren und anschliessend in der heimischen Küche anwenden.

Wem der Sinn weniger nach ausgefallener Kulinarik und mehr nach etwas Handfestem steht, der kann sich im Eisee eine Forelle angeln und diese im anliegenden Berggasthaus gleich zubereiten lassen. Der See liegt am Fusse des Brienzer Rothorns aus 1900 m.ü.M und ist für Fischer und Naturliebhaber ein wahres Paradies. Anreisen kann man zu Fuss oder mit der Sesselbahn, das Fischerpatent löst man direkt im Berghaus und dann heisst’s: Petri Heil!

Wo liegt das Entlebuch?